Unterstützung für Unternehmen anlässlich der Coronavirus / COVID-19 Pandemie

ethosCOVID-19

In einem ersten Schritt hat die österreichische Bundesregierung die Verabschiedung eines Corona-Krisenbewältigungs-Fonds beschlossen. Dabei handelt es sich um ein Vier-Milliarden-Euro-Paket, das in Form von unterschiedlichen Maßnahmen eine möglichst rasche und unbürokratische Unterstützung der österreichischen Unternehmen sicherstellen soll.

Am 19.3.2020 wurde ein weiteres Maßnahmenpaket in der Höhe von € 32 Milliarden beschlossen. Dieses beinhaltet vor allem:

  • € 32 Mrd für Soforthilfe
  • € 9 Mrd für Garantien und Haftungen für Kredite
  • € 15 Mrd Notfallhilfe für besonders betroffene Branchen (insb für Branchen, deren Umsatz zu 100% eingebrochen ist. Das betrifft vor allem Gastronomie, Handel, Veranstaltungswesen, etc..)
  • € 32 Mrd für Steuerbegünstigungen


Die zentralen Ziele sind:

Gewährleistung der Liquidität,
Sicherung der Arbeitsplätze und
Hilfe in Härtefällen

Laufend werden neue Details zu den beschlossenen Maßnahmen bekannt gegeben. Nachstehend ein Überblick über die derzeit bekannten Maßnahmen:

Corona-Kurzarbeit

Kurzarbeit bedeutet, dass in einem Betrieb die Arbeitszeit für einen zeitlich begrenzten Zeitraum herabgesetzt wird, um wirtschaftliche Störungen zu überbrücken.

Anlässlich der Coronavirus-Pandemie wurde ein neues Kurzarbeitsmodell eingeführt. Mit diesem ist es möglich, die Arbeitszeit auf bis zu null Stunden zu reduzieren und trotzdem in einem aufrechten Beschäftigungsverhältnis bei fast vollem Lohnausgleich zu bleiben. Bei diesem neuen Kurzarbeitsmodell übernimmt das AMS auch einen erheblichen Teil der Lohnnebenkosten.

Neu am Modell ist, dass die Corona-Kurzarbeit innerhalb von 48 Stunden abrufbar sein wird – bisher waren dafür mehr als sechs Wochen notwendig. Zum ersten Mal wird es möglich sein, dass Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter zur Gänze, also zu 100 Prozent zu Hause sind und gleichzeitig im Unternehmen beschäftigt bleiben.

Das AMS bietet auf seiner Homepage aktuelle Informationen zum neuen Kurzarbeitsmodell an.

Aufstockung von Garantien für die Klein- und Mittelbetriebe und Erweiterung auf größeren Unternehmen

Um sicherzustellen, dass Unternehmen weiterhin liquide sind, wurde eine Absicherung durch Garantien beschlossen. Die Bundesregierung hat angekündigt, dass jedes Unternehmen, das eine Garantie benötigt, auch eine erhalten soll.

Details dazu finden sich auf der Homepage des Austria Wirtschaftsservice (aws) sowie der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT).

Härtefonds für KMU und EPU – Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen

Für KMU wurde ein mit 50 Millionen Euro dotierter Härtefonds beschlossen. EPU können ab sofort die Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen nutzen. Es wird außerdem eine Herabsetzung der vorläufigen Beitragsgrundlage und ein gänzlicher Entfall der Verzugszinsen möglich sein.

Details werden derzeit abgestimmt.

Härtefonds von 100 Millionen für Familienbetriebe, Selbstständige und EPU

Familienbetriebe, Selbstständige und EPU, die durch die Unterstützungsleistung des Staats nicht profitieren, haben die Möglichkeit, Mittel aus dem Härtefonds zu beziehen.

Details werden derzeit abgestimmt.

Unterstützung bei Problemen mit der Lieferkette

Zerbrechliche Lieferketten werden gestärkt und sorgen dafür, dass Lebensmittel und Medikamente in Österreich und Europa nicht ausgehen.

Unternehmen, die Schwierigkeiten aufgrund unterbrochener internationaler Lieferketten haben, haben die Möglichkeit, ihr Problem unter folgender Adresse wirtschaft.covid-19@bmdw.gv.at zu übermitteln, um Unterstützung zu erhalten.

Exportunternehmen

Exportunternehmen können einen Kreditrahmen in Höhe von 10 Prozent (Großunternehmen) bzw. 15 Prozent (Klein- und Mittelunternehmen) ihres Exportumsatzes bei der OeKB beantragen. Die Höchstgrenze liegt pro Kunden bei 60 Millionen Euro.

Voraussetzung ist neben einer bestehenden Exporttätigkeit der Nachweis, dass das Unternehmen bis zum Start der COVID-19-Auswirkungen in Österreich wirtschaftlich gesund war. Der Bund ist bereit, Haftungen für 50 bis 70 Prozent dieser Betriebsmittelkredite zu übernehmen. Insgesamt umfasst der Kreditrahmen zwei Milliarden Euro.

Nähere Infos und Kontaktmöglichkeiten finden sich auf der Homepage der OeKB.

Stundung von Krediten und anderen Verträgen

Wenn Sie aktuelle Liquiditätsprobleme haben oder befürchten, können sie mit Ihrem Kreditinstitut Kontakt aufnehmen und versuchen eine Vereinbarung über die Stundung von Kreditraten zu erwirken.

Auch bei anderen laufenden Verträgen (Miete, Leasing, Versicherung, etc.) kann der Vertragspartner um Stundungen ersucht werden.

Maßnahmen des Finanzamtes/Bundesministerium für Finanzen

Unternehmen, die aufgrund der Covid-19 Krise in wirtschaftliche Notlage geraten oder Liquiditätsengpässe haben, können eine Stundung bzw. eine Ratenzahlung der Steuern beantragen. Zusätzlich kann beantragt werden, dass die Stundungszinsen auf null herabgesetzt werden.

Die steuerlichen Erleichterungen umfassen Folgendes:

Herabsetzung der Vorauszahlungen

Um die Liquidität der Unternehmen zu verbessern, können sie die Vorauszahlungen für die Einkommen- oder Körperschaftsteuervorauszahlungen bis auf null herabsetzen lassen.
Der Antrag muss eine Begründung enthalten, in welcher die verminderte Gewinnerwartung aufgrund der veränderten wirtschaftlichen Lage (z.B. Aufstellung der Umsatzeinbrüche aufgrund von Covid-19) dargelegt wird.

Nichtfestsetzung von Anspruchszinsen

Ergibt sich aus einem Einkommen- oder Körperschaftsteuerbescheid eine Nachforderung, so werden für solche Nachforderungen Anspruchszinsen festgesetzt. Diese können für betroffene Unternehmen entfallen.

Zahlungserleichterungen

Das Datum der Zahlung einer Abgabe kann hinausgeschoben (Stundung) oder eine Ratenzahlung vereinbart werden.

Nichtfestsetzung bzw. Herabsetzung von Säumniszuschlägen

Für eine nicht spätestens am Fälligkeitstag entrichtete Abgabenschuld ist normalerweise ein Säumniszuschlag zu zahlen. Diesen können betroffene Unternehmen herabsetzen lassen oder den Entfall der Zinsen beantragen.

Dies Regelung gilt auch für die Einhebung der Verbrauchsteuern und des Altlastenbeitrags.

Weitere Informationen, sowie die entsprechenden Anträge finden sich auf der Homepage des BMF.

Maßnahmen der SVS (vormals SVA)

Alle SVS-Versicherten, die durch den Corona-Virus mit finanziellen Einbußen rechnen oder durch Erkrankung bzw. Quarantäne betroffen sind, erhalten folgende Unterstützungen:

Stundung der Beiträge
Ratenzahlung der Beiträge
Herabsetzung der vorläufigen Beitragsgrundlage
Gänzliche bzw. teilweise Nachsicht der Verzugszinsen

Die Anträge zur Stundung und Ratenzahlung können formlos schriftlich per E-Mail oder direkt per Online-Formular eingebracht werden.

Die Herabsetzung der vorläufigen Beitragsgrundlage kann online mit diesem Formular erfolgen.

Maßnahmen der ÖGK

Die ÖGK mahnt ausständige Beiträge bis auf weiters nicht. Eine automatische Stundung erfolgt, wenn die Beiträge nicht, nur teilweise oder nicht fristgerecht eingezahlt werden. Auch Ratenzahlungen werden formlos akzeptiert. Es erfolgen keine Eintreibungsmaßnahmen und es werden keine Insolvenzanträge gestellt.

Diese Maßnahmen gelten bis auf Weiteres, voraussichtlich aber zumindest für die Beitragszeiträume Februar, März und April 2020.

Weitere Infos, Erreichbarkeit und Anträge finden sich auf der Homepage der ÖGK.